Virtueller Rundgang
Lieber Gast!
HERZLICH WILKOMMEN in der Klosteranlage des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Anrode. Wir haben für Sie eine kleine Führung zusammengestellt, die Ihnen die Orientierung in der Klosteranlage erleichtern soll.
Ehemaliges Nonnenkloster von 1268 bis 1810. Danach vorwiegend landwirtschaftlich und ab 1950/51 auch industriell genutzt, 1994 von der Gemeinde Bickenriede gekauft. Im Jahre 1997 gab es der Einheitsgemeinde Anrode den Namen.

1. Probstei/ Herrenhaus
erbaut 1652-1654, Bauart insgesamt Bruchstein über drei Stockwerke
in Klosterzeiten Wohnung des Propstes, Kaplans, Försters und eines Dieners, ab 1811 Gutsherrensitz, später Wohnung
Souterrain: gepflasterte Küche, Speise-/Milchkammer, 4 große Keller;
1. Stock: Ess-Saal, 5 Stuben, 6 Kammern;
2. Stock: großer Saal, 7 Stuben, 3 Kammern;
Dachgeschoss: 2 Stuben, 7 Kammern2008 - 2009 Sanierung durch die Gemeinde Anrode (Dach/Dachkonstruktion)

2. Gast- und Gerichtshaus
erbaut im Mittelalter, im Gemäuer an der Seite zur Straße befindet sich ein Steinrelief mit Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jh.
1998-1999 Sanierung durch die Gemeinde Anrode (Dach/Dachkonstruktion, Entfernung nicht historische, später eingefügter Bauteile)
steinernes Erdgeschoss: ursprünglich Schlacht- Wasch- u. Backhaus sowie Badestube;
2. Stock: große Gerichtsstube, 6 weitere Stuben u. Kammern; 3. Stock: 3 Stuben und 5 Kammern;
Dachgeschoss: Getreidespeicher; steile geräumige Keller für Vorräte, Biertonnen (für das selbstgebraute Bier) u. Pökelfleischtonnen, eine große und mehrere kleine Gaststuben

3. Abtei/ Rempter
Bauzeit Mittelalter (13.-14. Jhd.), rechtwinklig zwischen Gast- und Gerichtshaus sowie der Kirche
1998-1999 Sanierung durch die Gemeinde Anrode (Dach und Dachkonstruktion, Entfernung von nicht historischen, später eingefügten Bauteilen)
Ostseite mit eichenem Fachwerk und Schmuckerker, 1678 erneuert
gemauerte Terrasse wurde erst nach 1810 errichtet
Erdgeschoss: Rempter, der Speise- u. Festsaal der Jungfrauen, reicht bis in den 2. Stock; dort Gemach der Äbtissin, Wärmestube; 3. Stock: 5 Stuben für kranke und altersschwache Nonnen
1 großer Kamin war so eingebaut, dass er im Erdgeschoss die Sakristei, im 2. Stock den Kapitelsaal und im 3. Stock die Stuben heizte
nach 1810 Verwalterwohnung, später Försterwohnung, danach Büro und Wohnung
4. Kirche
einschiffiger Saalbau, orientiert von West nach Ost, Fenster in der Ost- und Nordseite (früher mit weit berühmten Chiverglasungen, Chi = X)
1525 im Bauernkrieg verwüstet (Ein gelegter Brand vernichtete das gesamte Klosteranwesen bis auf die Grundmauern.), 1610 erneuert und im Dreißigjährigen Krieg wieder zerstört, 1670-1693 neu erbaut und geweiht
1998-1999 Sanierung durch die Gemeinde Anrode (Dach und Dachkonstruktion, Entfernung von nicht historischen, später eingefügten Bauteilen)
2002 Sanierung des Kirchenportals, Einbau der großen Kirchentür
1811 profaniert (entweiht), die Kunstgegenstände und das Inventar wurden auf bedürftige Kirchen im Eichsfeld verteilt
der Marienaltar, gefertigt 1698, kam in die Kirche nach Struth
der Barockaltar der Klosterkirche aus den Anfängen des 18. Jh. kam in die Kirche in Wiesenfeld (Eichsfeld)
die getäfelte Decke kam 1950 in die wiederaufgebaute kriegszerstörte Kirche nach Siemerode (1986 und 1990/1991 dort restauriert)
(künstlerisch bedeutsame Kassettendecke mit ca. 60 Gemälden, die einen großen historischen Wert hatten, soll aus dem Jahre 1656 stammen und stellt die 12 Apostel, Engel und Trinität dar)später Stellmacherwerkstatt, Aufseherzimmer, Holzschuppen, Getreidespeicher, Milchkammer, Werkhalle, Lagerraum
der Hobbyschnitzer Günther Leister stiftete im April 1998 dem Kloster Anrode das Kruzifix an der Außenwand (siehe Inschrift an der Wand)
5. ehemaliges Nonnenhaus
schließt direkt an die Kirche an, wegen Baufälligkeit im 20. Jh. teilweise abgerissen und umgebaut
war früher genauso hoch und breit wie die Kirche, Erdgeschoss massiv, die 2 oberen Stockwerke waren Fachwerk, das Eichenholz an der Süd- seite war reich geschnitzt, tiefe gewölbte Keller, die früher einen Zugang vom ehemaligen Kirchhof aus hatten (Keller 1590 gebaut und 1670 - 1693 erneuert)
obere Stockwerke dienten als Nonnenzellen, je 6 auf einer Seite, durch den Mittelgang abgegrenzt (also insgesamt 24 Nonnenzellen)
spätere Nutzung des Erdgeschosses als Schrotausgabe, obere Stock- werke als Fruchtspeicher und Lagerhalle
6. Obere Scheune
1709 angelegt als Reserve-Nonnenhaus, 1727 wurde der Bau aus Geldmangel eingestellt
ursprünglich in Massivbauweise dreistöckig, aus Bruchstein, mit großen Gewölbekellern
Keller am Südende war Kerker; weitere Keller für Kartoffellagerung; 1. Stock: enthielt das Backhaus, die Branntweinbrennerei, Gärkammer, und die Obstdörre; 2. Stock: Holzschuppen, 3. Stock: ungenutzt
nach 1810 Strohscheuer, Schuppen, Garagen
8. Büttstedter Torhaus
1730 erbaut, unterer Teil massiv mit gewölbter steinerner Durchfahrt, oberes Stockwerk aus Fachwerk
2000 Sanierung durch die Gemeinde Anrode (Dach, Treppenanlage, und Fachwerk)
ehemals Torwächterwohnung, nach 1811 Verlegung der Durchfahrt neben das Torhaus und dessen Umbau zur Schmiede, später Wohnung
10. Gesindehaus
nach einem Brand von 1883 neu errichtet
im oberen Stock war eine Wohnung für die Mägde und eine Käsereikammer, ein Kühlraum war hier angelegt mit unterirdischer Kaltwasser-Leitung
11. Stallungen
nach einem Brand von 1883 wurde dort, wo vorher 6 Gebäude standen ein großer Kuhstall und eine Wagenremise errichtet (1883 abgebrannt: Wagner,- Böttner- und Schmiedewerkstatt, Pferdestall, Gastpferde-Stall, Schweinestall und Kuhstall)
heute für den monatlichen Tier- und Bauernmarkt genutzt

12. Fohlen- Federviehstall
1762 erbaut, zwei Stockwerke hoch, ganz massiv
enthielt unter anderem eine Wohnung für das Gesinde
1802 bot der Stall Platz für 90 bis 100 Schweine
ab 1811 erster Schafstall
Sanierung 1996 - 1998 durch die Gemeinde, seitdem als Museum vom Verein zur Förderung handwerklicher Traditionen genutzt
13. Oberer Schafstall
1762 erbaut, zwei Stockwerke hoch, ganz massiv
enthielt unter anderem eine Wohnung für das Gesinde
1802 bot der Stall Platz für 90 bis100 Schweine
ab 1811 erster Schafstall
Sanierung 1996 - 1998 durch die Gemeinde, seitdem als Museum vom Verein zur Förderung handwerklicher Traditionen genutzt
15. Bickenrieder Torhaus
1598 erbaut, massiver Unterbau mit ursprünglich gewölbter Durchfahrt, oben Fachwerk, Durchfahrt später vereinfacht
ab 1823 Schäferwohnung
1999 - 2000 aufwendige Sanierung durch die Gemeinde Anrode
von 2001 - 2012 war hier die Gaststätte "Klosterschänke"
16. Wassermühle
1598 erbaut nach der Zerstörung von 1525 (heute nur noch die Grundmauern zu sehen)
2000/2001 Sicherung der Grundmauern durch die Gemeinde Anrode
diente mit 3 Gängen als Mehl-, Öl-, Schneide- und Graupenmühle und wurde gespeist durch das gestaute Wasser der Klosterteiche
betrieben wurde auch eine Kreissäge und 1823 wurde eine Kalk- und Gipsmühle im Zusammenhang mit der Mühle erwähnt
gemahlen und geschrotet wurde noch bis 1914
Abriss Ende des 20. Jahrhunderts
17. Ziegelei
hat Propst David Böddener 1594-1595 erbauen lassen
von 1595 bis 1602 wurden allein schon 200 000 Ziegeln gefertigt
18. Untere Scheune (Klosterscheune)
Massivbau, sehr alter Bau, wurde 1649, 1818 - 1823 und 1995 - 1997 erneuert
zum Teil offener Schuppen, 2 Tennen, 3 Bansen (Lagerräume), auch Pferdestall, Remise und Hofmeisterwohnung
heute Veranstaltungsort für kulturelle Höhepunkte und individuelle Feiern
in der ehemaligen Hofmeisterwohnung befindet sich seit September 2013 die Ausflugsgaststätte "Schinkenkrug"
19. Ehemaliges Struther Tor
ehemals gewölbte Durchfahrt
1839 wurden Torpfeiler errichtet und die Struther Brücke gebaut
1888 und 1892 bedeutend erhöht und verbessert

20. Forsthaus
teilweise Fachwerkbau
erbaut in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts
1998/1999 Renovierung durch die Gemeinde Anrode
Wohnhaus, heute nicht mehr bewohnt


























